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Impulse für den Tag

Ab dem 1. Dezember wollen wir jeden Tag einen geistlichen Impuls veröffentlichen.
Es sind Gedanken zur Tageslesung - als Begleitung für den Tag.

  • 24. Dezember - Weihnachten

    Gedanken
    „Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wir uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe, um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen“ – Das Licht, mit dem die Hoffnung verbunden ist, ist zu sehen.
    Mit Gottes Beistand schaffen wir es aus dieser Pandemie heraus.
    Die letzten Wochen und Monate haben uns allen Einiges abverlangt und Spuren in unserer Seele hinterlassen.
    Doch Gott hat uns nicht verlassen, seine Liebe spüren wir, besonders in der Adventszeit.
    Wir sind nicht allein und werden es nie sein.
    Auf Regen folgt Sonnenschein!
    Besinnliche Weihnachtsfeiertage.

    Nina F.

    Tageslesung aus dem Evangelium nach Lukas 1, 67-79
    Sein Vater Zacharias wurde vom Heiligen Geist erfüllt und begann prophetisch zu reden:
    Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat sein Volk besucht und ihm Erlösung geschaffen;
    er hat uns einen starken Retter erweckt im Hause seines Knechtes David.
    So hat er verheißen von alters her durch den Mund seiner heiligen Propheten.
    Er hat uns errettet vor unseren Feinden und aus der Hand aller, die uns hassen;
    er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet und an seinen heiligen Bund gedacht,
    an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;
    er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, ihm furchtlos dienen
    in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor seinem Angesicht all unsre Tage.
    Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; denn du wirst dem Herrn vorangehen und ihm den Weg bereiten.
    Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken in der Vergebung der Sünden.
    Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,
    um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen und im Schatten des Todes, und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

  • 23.12.2020 - Liebe ist die Sprache Gottes

    Gedanken
    Der Prophet Elija ist gekommen.
    Es ist Johannes der Täufer.
    Er bereitete den Weg für den Herrn, Jesus Christus.
    Dies lehrt uns das Neue Testament.
    Doch wir dürfen dies nicht falsch verstehen.
    Elija ist nicht der erste und nicht der letzte Wegbereiter des Herrn.
    Meines Erachtens haben alle Gläubigen ihren Elija.
    Also eine Person, die den Herrn in ihr Leben bringt.
    Für mich ist das meine Partnerin.
    Sie hat mich meinem Herrn nähergebracht.
    Sie hat mich auf die Ankunft des Herrn in meinem Leben vorbereitet.
    Sie hat dies geschafft durch ihre Liebe.
    Die Liebe ist die Sprache des Herrn.
    Eine unmissverständliche Sprache.

    Lukas Z.

    Tageslesung aus der Buch Maleachi 3, 1-4.23-24
    Seht, ich sende meinen Boten; er soll den Weg für mich bahnen.
    Dann kommt plötzlich zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht, und der Bote des Bundes, den ihr herbeiwünscht.
    Seht, er kommt!, spricht der Herr der Heere.
    Doch wer erträgt den Tag, an dem er kommt? Wer kann bestehen, wenn er erscheint?
    Denn er ist wie das Feuer im Schmelzofen und wie die Lauge im Waschtrog.
    Er setzt sich, um das Silber zu schmelzen und zu reinigen: Er reinigt die Söhne Levis, er läutert sie wie Gold und Silber.
    Dann werden sie dem Herrn die richtigen Opfer darbringen.
    Und dem Herrn wird das Opfer Judas und Jerusalems angenehm sein wie in den Tagen der Vorzeit, wie in längst vergangenen Jahren.
    Bevor aber der Tag des Herrn kommt, der große und furchtbare Tag, seht, da sende ich zu euch den Propheten Elija.
    Er wird das Herz der Väter wieder den Söhnen zuwenden und das Herz der Söhne ihren Vätern, damit ich nicht kommen und das Land dem Untergang weihen muss.

  • 22. Dezember - Erwartung

    Gedanken
    Wir waren noch Kinder. Manchmal wollte ich, was mein Bruder hatte - oder umgekehrt.
    Also verschenkten wir sie. Dann sah ich: er hatte Spaß mit "meinen" Sachen. Ich verlangte sie zurück - doch er gab sie nicht zurück.
    Es kam zum Streit. Meine Eltern entschieden ihn: Jeder bekam Seines zurück. 
    Das Samuelbuch berichtet von Hanna. Sie wünschte sich ein Kind. Endlich gebar sie ihn, den Samuel, den "von Gott Erbetenen".
    Sie weiht ihn Gott, das hatte sie versprochen, und so gibt sie ihn wieder her.
    Geschenkt ist geschenkt, sagen manche. Oder: was man einmal hat, gibt man nicht wieder her. 
    Irgendwie beschleicht mich der Verdacht, dass das nicht stimmt. Hmmm.

    Franz-Josef D.

    Tageslesung aus dem Buch Samuel 1,24-28
    Als sie ihn entwöhnt hatte, nahm sie ihn mit hinauf, dazu einen dreijährigen Stier, ein Efa Mehl und einen Schlauch Wein.
    So brachte sie ihn zum Haus des Herrn in Schilo; der Knabe aber war damals noch sehr jung.
    Als sie den Stier geschlachtet hatten, brachten sie den Knaben zu Eli,
    und Hanna sagte: Bitte, mein Herr, so wahr du lebst, mein Herr, ich bin die Frau, die damals neben dir stand, um zum Herrn zu beten.
    Ich habe um diesen Knaben gebetet, und der Herr hat mir die Bitte erfüllt, die ich an ihn gerichtet habe.
    Darum lasse ich ihn auch vom Herrn zurückfordern. Er soll für sein ganzes Leben ein vom Herrn Zurückgeforderter sein. Und sie beteten dort den Herrn an.

  • 21. Dezember - Liebe

    Gedanken
    Die Liebe ist ein einzigartiges Phänomen.
    Ein Gefühl, das allumfassend ist.
    Die Welt, wie sie ist, funktioniert nur, weil Liebe darin vorhanden ist.
    Liebe für Tier, Liebe für andere Menschen, Liebe für Freunde und Familie, Liebe für einen Selbst, Liebe für Gott und Gottes Liebe.
    Die Liebe lässt uns gemeinsam stärker sein.
    Wer Liebe geben kann und sie versucht in der Welt zu verbreiten, wird Teil der Liebe Gottes. 
    „Denn vorbei ist der Winter…“ heißt es in der Lesung und die Hoffnung auf ein Ende der Pandemie geht auch mit dem Ende dieses Winters einher.
    Ein Winter, der dunkler zu sein scheint als alle, die wir bisher erlebt haben.
    Doch mit Gottes Liebe und der Liebe unsere Mitmenschen, haben und werden wir diese schwere, dunkle Zeit durchstehen.

    Nina F.

    Tageslesung aus dem Hohelied der Liebe 2, 8-14
    Horch! Mein Geliebter! Sieh da, er kommt. Er springt über die Berge, hüpft über die Hügel.
    Der Gazelle gleicht mein Geliebter, dem jungen Hirsch.
    Ja, draußen steht er an der Wand unsres Hauses; er blickt durch die Fenster, späht durch die Gitter.
    Der Geliebte spricht zu mir: Steh auf, meine Freundin, meine Schöne, so komm doch!
    Denn vorbei ist der Winter, verrauscht der Regen.
    Auf der Flur erscheinen die Blumen; die Zeit zum Singen ist da.
    Die Stimme der Turteltaube ist zu hören in unserem Land.
    Am Feigenbaum reifen die ersten Früchte; die blühenden Reben duften. Steh auf, meine Freundin, meine Schöne, so komm doch!
    Meine Taube im Felsennest, versteckt an der Steilwand, dein Gesicht lass mich sehen, deine Stimme hören!
    Denn süß ist deine Stimme, lieblich dein Gesicht.

  • 20. Dezember - Geheimnisse

    Gedanken
    Die Offenbarung des Geheimnisses.
    Geheimnisse, jeder trägt sie in sich.
    Oft tief verborgen und niemandem preisgegeben.
    Sie gehören zu uns und begleiten uns.
    Ein so wertvoller Teil unserer Selbst, den wir nur ausgewählten besonderen Menschen schenken wollen.
    Oder den wir nur mit Gott teilen. Gott, bei dem jedes Geheimnis und jeder Gedanke sicher bewahrt ist.
    Gott als unser sicherer Hafen und unser Halt, der uns stützt und uns begleitet, bei dem wir frei sind und der uns für kein Geheimnis verurteilt.

    Nina F.

    Tageslesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Römer 16, 25-27
    Ehre sei dem, der die Macht hat, euch Kraft zu geben - gemäß meinem Evangelium und der Botschaft von Jesus Christus, gemäß der Offenbarung jenes Geheimnisses, das seit ewigen Zeiten unausgesprochen war,
    jetzt aber nach dem Willen des ewigen Gottes offenbart und durch prophetische Schriften kundgemacht wurde, um alle Heiden zum Gehorsam des Glaubens zu führen.
    Ihm, dem einen, weisen Gott, sei Ehre durch Jesus Christus in alle Ewigkeit! Amen.

  • 19. Dezember - Löwenstark

    Gedanken
    Simson war ein faszinierender Mensch. Leidenschaftlich war er, bezwang Löwen und trug eine prächtige Haarfrisur.
    Auf die sollte er aufpassen. Sie wurde seine Schwäche.
    Er war der Schrecken der Philister. Dann schnitten sie ihm seine Haar ab - und er verlor alles.
    Jeder ist verletzlich, hat seine schwache Stelle, denke ich. Dort getroffen, fällt mein Leben in sich zusammen.
    War Jesus nicht gekommen, den Schwachen zu helfen? Hoffnungsvoll blicke ich auf ihn.

    Franz-Josef D.

    Lesung aus dem Buch der Richter 13, 2-7.24-25a
    Damals lebte in Zora ein Mann namens Manoach, aus der Sippe der Daniter; seine Frau war unfruchtbar und hatte keine Kinder.
    Der Engel des Herrn erschien der Frau und sagte zu ihr: Gewiss, du bist unfruchtbar und hast keine Kinder; aber du sollst schwanger werden und einen Sohn gebären.
    Nimm dich jedoch in acht, und trink weder Wein noch Bier, und iss nichts Unreines!
    Denn siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären.
    Es darf kein Schermesser an seine Haare kommen; denn der Knabe wird von Geburt an ein Gott geweihter Nasiräer sein.
    Er wird damit beginnen, Israel aus der Gewalt der Philister zu befreien.
    Die Frau ging und sagte zu ihrem Mann: Ein Gottesmann ist zu mir gekommen; er sah aus, wie der Engel Gottes aussieht, überaus Furcht erregend.
    Ich habe ihn nicht gefragt, woher er kam, und er hat mir auch seinen Namen nicht genannt.
    Er sagte zu mir: Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären.
    Trink jedoch keinen Wein und kein Bier, und iss nichts Unreines; denn der Knabe wird von Geburt an ein Gott geweihter Nasiräer sein, bis zum Tag seines Todes.
    Die Frau gebar einen Sohn und nannte ihn Simson; der Knabe wuchs heran, und der Herr segnete ihn.
    Dann aber begann der Geist des Herrn, ihn umherzutreiben.

  • 18. Dezember - Nichts dahinter

    Gedanken
    Zidkija - Gott ist meine Gerechtigkeit - so hieß der letzte König von Juda.
    Leider war sein Name nicht Programm. Der Prophet Jeremia hat ihn schon abgeschrieben.
    Darum prophezeit er einen Herrscher, der wirklich gerecht ist und für das Wohl und die Sicherheit der Menschen sorgt.
    2600 Jahr später. Immer noch hoffen so viele Menschen auf Gerechigkeit - in Belarus, Hong Kong, Venezuela ...
    Ich erschaudere innerlich und seufze zugleich dankbar, in einem freien Land leben.  
    Franz-Josef D.

    Tageslesung aus dem Buch Jeremia 23, 5-8
    Seht, es kommen Tage - Spruch des Herrn -, da werde ich für David einen gerechten Spross erwecken.
    Er wird als König herrschen und weise handeln, für Recht und Gerechtigkeit wird er sorgen im Land.
    In seinen Tagen wird Juda gerettet werden, Israel kann in Sicherheit wohnen.
    Man wird ihm den Namen geben: Der Herr ist unsere Gerechtigkeit.
    Darum seht, es werden Tage kommen - Spruch des Herrn -, da sagt man nicht mehr: So wahr der Herr lebt, der die Söhne Israels aus Ägypten heraufgeführt hat!,
    sondern: So wahr der Herr lebt, der das Geschlecht des Hauses Israel aus dem Nordland und aus allen Ländern, in die er sie verstoßen hatte, heraufgeführt und zurückgebracht hat. 
    Dann werden sie wieder in ihrem Heimatland wohnen.

  • 17. Dezember - Im Griff

    Gedanken
    Die Hand am Genick - kenne ich aus der fünften und sechsten Klasse.
    In jeder Pause haben wir gerauft.
    Manchmal konnte ich jemanden am Genick packen oder, wenn es schlecht lief, umgekehrt.
    Dann besaß ich absolute Kontrolle oder war schmerzhaft ausgeliefert.
    Heute ist der zweite Tag im harten Lockdown.
    Sehnsüchtig blicke ich auf andere Länder. 
    Manche von ihnen haben das Virus im Griff. 
    Wie sie wohl Weihnachten feiern werden?

    Franz-Josef D.

    Tageslesung aus dem Buch Genesis 49, 2.8-10
    Kommt zusammen, ihr Söhne Jakobs, und hört, auf Israel hört, auf euren Vater!
    Juda, dir jubeln die Brüder zu, deine Hand hast du am Genick deiner Feinde. Deines Vaters Söhne fallen vor dir nieder.
    Ein junger Löwe ist Juda. Vom Raub, mein Sohn, wurdest du groß. Er kauert, liegt da wie ein Löwe, wie eine Löwin. Wer wagt, sie zu scheuchen?
    Nie weicht von Juda das Zepter, der Herrscherstab von seinen Füßen, bis der kommt, dem er gehört, dem der Gehorsam der Völker gebührt.

  • 16. Dezember - Wahrheit

    Gedanken
    Was du siehst, hat so stattgefunden.
    Was du hörst, kann erfunden sein.
    In vielen Situationen sind wir darauf angewiesen, Dinge zu glauben, die uns erzählt werden.
    Doch ist es immer die Wahrheit, die uns mitgeteilt wird?
    „Taten sprechen mehr als Worte“, ein Sprichwort mit Tiefe.
    Jesu Liebe zeigte sich in seinem Handeln.
    Und das sollten wir uns als Vorbild nehmen.
    Handeln nach bestem Wissen und Gewissen und vor allem mit Liebe.
    Denn letzten Endes kann man viel hinter Worten verbergen, doch wer du wirklich bist, zeigt sich in deinen Taten.
    Nina F.

    Tageslesung aus dem Lukasevangelium 7, 18b-23
    In jener Zeit rief Johannes der Täufer zwei von seinen Jüngern zu sich,
    schickte sie zum Herrn und ließ ihn fragen:
    Bist du der, der kommen soll, oder müssen wir auf einen andern warten?
    Als die beiden Männer zu Jesus kamen, sagten sie: Johannes der Täufer hat uns zu dir geschickt und lässt dich fragen:Bist
    du der, der kommen soll, oder müssen wir auf einen andern warten?
    Damals heilte Jesus viele Menschen von ihren Krankheiten und Leiden, befreite sie von bösen Geistern und schenkte vielen Blinden das Augenlicht.
    Er antwortete den beiden: Geht und berichtet Johannes, was ihr gesehen und gehört habt: Blinde sehen wieder, Lahme gehen, und Aussätzige werden rein; Taube hören, Tote stehen auf, und den Armen wird das Evangelium verkündet.
    Selig ist, wer an mir keinen Anstoß nimmt.

  • 15. Dezember - Verwandlung

    Gedanken
    Wer jung ist, soll ausprobieren und eigene Erfahrungen sammeln. 
    Als Vater fällt mir das manchmal schwer. Zu nah steht mir mein Kind.
    Ich will es schützen - und lass es doch (fast) fallen.
    Alt bin ich - und sammle weiter Erfahrungen - jetz im Aushalten.
    Ob es Gott schwerfällt, uns zuzuschauen ohne einzugreifen.
    Ich glaube, er träumt davon - verwandeln würde er uns.

    Franz-Josef D.

    Tageslesung aus dem Buch Zefanja 3, 1-2.9-13
    Gott spricht: Weh der trotzigen, der schmutzigen, der gewalttätigen Stadt.
    Sie will nicht hören und nimmt sich keine Warnung zu Herzen. Sie verlässt sich nicht auf den Herrn und sucht nicht die Nähe ihres Gottes.
    Dann werde ich die Lippen der Völker verwandeln in reine Lippen, damit alle den Namen des Herrn anrufen und ihm einmütig dienen.
    Von jenseits der Ströme von Kusch bringen mir meine Verehrer dann als Gabe die Gemeinde meiner Verstreuten.
    An jenem Tag brauchst du dich nicht mehr zu schämen, wegen all deiner schändlichen Taten, die du gegen mich verübt hast. Ja, dann entferne ich aus deiner Mitte die überheblichen Prahler, und du wirst nicht mehr hochmütig sein auf meinem heiligen Berg.
    Und ich lasse in deiner Mitte übrig ein demütiges und armes Volk, das seine Zuflucht sucht beim Namen des Herrn.
    Der Rest von Israel wird kein Unrecht mehr tun und wird nicht mehr lügen, in ihrem Mund findet man kein unwahres Wort mehr. Ja, sie gehen friedlich auf die Weide, und niemand schreckt sie auf, wenn sie ruhen.

  • 14. Dezember - Geisteskraft

    Gedanken
    Manche sagen, es gäbe das Virus nicht, weil er es noch nicht gesehen habe.
    Gott hat auch noch niemand gesehen - gibt es ihn dann?
    Paulus ist das egal. Er verkündigt einfach, was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat.
    Er will nichts beweisen - er erzählt von den Wirkungen, davon wie seine Schwachheit zur Stärke wurde.
    Dynamik, Kraft, Weisheit und Geist Gottes nennt er sie.
    Du kannst sie spüren. 
    Anders als das Virus aber machen sie stark und lebendig.

    Franz-Josef D.

    Tageslesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Korinther (1 Kor 2, 1-10a)
    Als ich zu euch kam, Brüder, kam ich nicht, um glänzende Reden oder gelehrte Weisheit vorzutragen, sondern um euch das Zeugnis Gottes zu verkündigen.
    Denn ich hatte mich entschlossen, bei euch nichts zu wissen außer Jesus Christus, und zwar als den Gekreuzigten.
    Zudem kam ich in Schwäche und in Furcht, zitternd und bebend zu euch.
    Meine Botschaft und Verkündigung war nicht Überredung durch gewandte und kluge Worte, sondern war mit dem Erweis von Geist und Kraft verbunden,
    damit sich euer Glaube nicht auf Menschenweisheit stützte, sondern auf die Kraft Gottes.
    Und doch verkündigen wir Weisheit unter den Vollkommenen, aber nicht Weisheit dieser Welt oder der Machthaber dieser Welt, die einst entmachtet werden.
    Vielmehr verkündigen wir das Geheimnis der verborgenen Weisheit Gottes, die Gott vor allen Zeiten vorausbestimmt hat zu unserer Verherrlichung.
    Keiner der Machthaber dieser Welt hat sie erkannt; denn hätten sie die Weisheit Gottes erkannt, so hätten sie den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt.
    Nein, wir verkündigen, wie es in der Schrift heißt, was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, was keinem Menschen in den Sinn gekommen ist: das Große, das Gott denen bereitet hat, die ihn lieben.
    Denn uns hat es Gott enthüllt durch den Geist.

  • 13. Dezember - Gottesgeschenk

    Gedanken
    In einer Welt, in der es vielen Menschen nur um Konsum und um das eigene Wohl geht, denkt man oft nur an sich selbst.
    Das ist schlecht für andere, insbesondere für jene, die Hilfe benötigen, sei es, weil sie arm, krank oder traurig sind. 
    In unserer Gesellschaft wird Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft und alles was damit zusammenhängt ausschließlich als eine Art „sozialer Transfer“ angesehen: jemand gibt dem anderen etwas, und wenn er dies tut, verliert er etwas.
    Begünstigende und Begünstigte.
    So entstehen Neid und Missgunst und unsere Gesellschaft nimmt Schaden, obwohl sie sich oftmals nicht einmal darüber bewusst ist. 
    Das bedauerlichste daran aber ist, dass diese Betrachtungsweise nicht richtig ist.
    Wer einem anderen etwas gibt, sei es Geld, etwas zu essen oder gute Worte, der verliert nicht nur etwas, sondern er bekommt auch etwas.
    Anderen Menschen zu helfen, steigert die Zufriedenheit, macht verbunden und lässt Freundschaften entstehen.
    Gerade in der Nächstenliebe zeigt sich das Menschsein.

    Christoph S.

    Tageslesung aus der Buch Jesaja 61,1-2a.10-11
    Der Geist Gottes, des Herrn, ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt.
    Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine frohe Botschaft bringe und alle heile, deren Herz zerbrochen ist, damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Gefesselten die Befreiung,
    damit ich ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe.
    Von Herzen will ich mich freuen über den Herrn.
    Meine Seele soll jubeln über meinen Gott. Denn er kleidet mich in Gewänder des Heils, er hüllt mich in den Mantel der Gerechtigkeit, wie ein Bräutigam sich festlich schmückt und wie eine Braut ihr Geschmeide anlegt.
    Denn wie die Erde die Saat wachsen lässt und der Garten die Pflanzen hervorbringt, so bringt Gott, der Herr, Gerechtigkeit hervor und Ruhm vor allen Völkern.
     

  • 12. Dezember - Gottes Garten

    Gedanken
    Bilder sprechen zum Herzen. Die Bibel ist voller Bilder. Sie erzählt von ihrer Erfahrung mit Gott, von Hilfe und überraschendem Gelingen inmitten der Not. Das Bild vom blühenden Garten im heutigen Psalm malt aus, was Menschen der Bibel von ihrem Gott glauben, was sie von ihm erhoffen - und erfahren: Er bringt Leben  zum Blühen. In unerschöpflicher Vielfalt, immer neu, staunenswert - und dann auch reich an Früchten. 
    Die „gewaltige Macht“ des Schöpfers stellt sich in den Dienst des Lebens. Sie schenkt wärmendes Licht, sie richtet durch Aufrichten. Sie hört und sieht, sie wendet sich zu. Sie kommt, hilft und rettet. Sie pflanzt, sorgt und schützt. Sie lässt wachsen und erstarken. Sie hält und erhält, was sie selbst ins Dasein geliebt hat. Und dafür bietet sie alle Mittel auf - die Mittel der Liebe. 
    So ist Gott - das ist unser Gott, und kein anderer. Ein Gott des Lebens, der Leben (er)hält, bis es sich in ihm vollendet. Zu diesem Gott beten wir, seinen Namen rufen wir an: JAHWE, das heißt: „Ich bin da. Für Euch.“. Weil Gott der ist, der da ist, können wir „zu seiner Rechten“ sein und weil er zu uns hält, wollen wir „nicht von ihm weichen“.
    Wo der Glaube an den Gott des Lebens im Herzen Wurzeln schlägt, da grünt und blüht es nicht nur zur Sommerzeit - nicht nur in guten, hellen und angenehmen Stunden-, sondern auch und gerade dann, wenn es zu frieren beginnt, wenn es dunkel und ungemütlich wird. 
    Die Adventszeit, die diesen Gott mit Sehnsucht und Spannung erwartet, weiß um eine Winternacht, in der das Leben geheimnisvoll erblüht:  „Es ist ein Ros’ entsprungen, aus einer Wurzel zart... Und hat ein Blümlein bracht, mitten im kalten Winter, wohl zu der halben Nacht.“ 12. Dezember: Halbzeit. Jetzt schon ruft der dritte Adventssonntag uns zu: „Freut euch! Der Herr ist nahe.“ (Phil 4,4-5)

    Tageslesung aus dem Psalm 80
    Richte uns wieder auf, o Gott,
    lass dein Angesicht leuchten, dann sind wir gerettet.

    Du Hirte Israels, höre!    
    Der du auf den Kerubim thronst, erscheine!
    Biete deine gewaltige Macht auf,
    und komm uns zu Hilfe! - 
    Gott der Heerscharen, wende dich uns wieder zu!
    Blick vom Himmel herab, und sieh auf uns!
    Sorge für diesen Weinstock
    und für den Garten, den deine Rechte gepflanzt hat.
    Deine Hand schütze den Mann zu deiner Rechten,
    den Menschensohn, den du für dich groß und stark gemacht.
    Erhalt uns am Leben!
    Dann wollen wir deinen Namen anrufen und nicht von dir weichen
     



    Wer Jesus für mich ist?
    Einer, der für mich ist.
    Was ich von Jesus halte?
    Dass er mich hält.
    Lothar Zenetti

  • 11. Dezember - Entscheidung

    Gedanken
    In manchen Zeiten scheint es, als würde sich der rechte Weg ganz selbstverständlich vor einem auftun, aber manchmal ist es anders: dann weiß man weder ein noch aus und alles scheint unsicher, und ganz gleich für was man sich entscheiden möchte, es wirkt immer irgendwie falsch. 
    Das ist kein Wunder, denn wer seine Entscheidungen immer allein trifft, dem fehlt es an Rat und an Beistand.
    Ich habe selbst schon die Erfahrung gemacht, dass selbst ein gründliches Abwägen, ein rationales Vorgehen, enttäuschend sein kann, sowohl beim Überlegen als auch im Ergebnis.
    „Tu, was Dir deine innere Stimme sagt!“, diesen Satz hört man des Öfteren, aber wer macht sich schon Gedanken über seine Bedeutung?
    Was ist die „innere Stimme“?
    Vielleicht ist die Antwort gar nicht so schwer: etwas, das uns mit Gott verbindet und uns helfen will, die richtige Entscheidung zu treffen.
    Ich glaube, sich Zeit zu nehmen und dieser Stimme zu lauschen, ist sehr lohnend und je mehr man sich Mühe gibt, desto hörbarer wird sie, und desto zufriedener sind wir am Ende mit den Ergebnissen unserer Entscheidungen.

    Christoph S.

    Tageslesung aus der Buch Jesaja 48, 17-19
    So spricht der Herr, dein Erlöser, der Heilige Israels: Ich bin der Herr, dein Gott, der dich lehrt, was Nutzen bringt, und der dich auf den Weg führt, den du gehen sollst.
    Hättest du doch auf meine Gebote geachtet!
    Dein Glück wäre wie ein Strom und dein Heil wie die Wogen des Meeres.
    Deine Nachkommen wären zahlreich wie der Sand und deine leiblichen Kinder wie seine Körner.
    Ihr Name wäre in meinen Augen nicht getilgt und gelöscht.

  • 10. Dezember - Neue Quellen

    Gedanken
    Wir können uns sicher sein. In der Angst können wir auf den Herrn vertrauen.
    Er wird unsere rech-te Hand ergreifen.
    Durch ihn sind wir in der Lage neue Quellen in tiefen Tälern hervorzubringen.
    Wir müssen diesen Worten vertrauen. Wir müssen sie mit Leben füllen.
    Dies kann auf ver-schiedenste Art und Weise geschehen.
    Ich schaue mit Blick auf diese Worte auf die letzten Tage.
    Ich habe einer befreundeten Familie beim Umzug geholfen.
    Einer Familie mit vielen Schicksals-schlägen.
    Eine Familie mit einer viel zu kleinen Wohnung.
    Eine Familie mit Angst aus diesen Tälern nicht mehr herauszukommen.
    Ihr Vertrauen in Gott wurde auf die Probe gestellt.
    Doch sie haben dieses nicht verloren.
    Letztlich haben sie eine Wohnung gefunden.
    Die Täler wurden zu Quellen.
    Die Wüste wurde zum Teich.
    Das ausgetrocknete Land zu einer Oase.
    Ihr Gottvertrauen hat mich inspiriert.
    Hier habe ich es begriffen. 
    Es ist die Hand des Herrn, die dies alles macht. 

    Lukas Z.

    Tageslesung aus der Buch Jesaja 41,13-20
    Ich bin der Herr, dein Gott, der deine rechte Hand ergreift und der zu dir sagt: Fürchte dich nicht, ich werde dir helfen.
    Fürchte dich nicht, du armer Wurm Jakob, du Würmlein Israel!
    Ich selber werde dir helfen - Spruch des Herrn. Der Heilige Israels löst dich aus.
    Zu einem Dreschschlitten mache ich dich, zu einem neuen Schlitten mit vielen Schneiden.
    Berge wirst du dreschen und sie zermalmen, und Hügel machst du zu Spreu.
    Du worfelst sie, und es verweht sie der Wind, es zerstreut sie der Sturm.
    Du aber jubelst über den Herrn, du rühmst dich des Heiligen Israels.
    Die Elenden und Armen suchen Wasser, doch es ist keines da; ihre Zunge vertrocknet vor Durst.
    Ich, der Herr, will sie erhören, ich, der Gott Israels, verlasse sie nicht.
    Auf den kahlen Hügeln lasse ich Ströme hervorbrechen und Quellen inmitten der Täler.
    Ich mache die Wüste zum Teich und das ausgetrocknete Land zur Oase.
    In der Wüste pflanze ich Zedern, Akazien, Ölbäume und Myrten.
    In der Steppe setze ich Zypressen, Platanen und auch Eschen.
    Dann werden alle sehen und erkennen, begreifen und verstehen, dass die Hand des Herrn das alles gemacht hat, dass der Heilige Israels es erschaffen hat.

  • 9. Dezember - himmelwärts

    Gedanken
    "Hebt eure Augen in die Höhe", heißt es heute in der Tageslesung. 
    Das letzte Mal tat ich dies am 23. November.
    Mit bloßem Auge konnte ich den Kometen Neowise erkennen. 
    Und die vielen Sterne drumherum. Und noch mehr Sterne, wie ein immer größer werdendes endloses Meer.
    Und ich fühlte mich immer kleiner und belangloser.
    In meiner stillen ehrfürchtigen Betrachtung des Universums dachte ich an Gott: Ist das alles von ihm?
    Auch in der Weihnachtsgeschichte haben die Sterndeuter himmelwärts auf die Sterne geschaut - um Gott auf der Erde zu finden.
    Irgendwie verrückt - und faszinierend zugleich.
    Jesaja meint: "Die aber, die dem Herrn vertrauen, schöpfen neue Kraft. Sie laufen und werden nicht müde, sie gehen und werden nicht matt".
    Wie die Sterndeuter, denke ich.

    Franz-Josef D.

    Tageslesung aus dem Buch Jesaja 40,25-31
    Mit wem wollt ihr mich vergleichen? Wem sollte ich ähnlich sein?, spricht der Heilige.
    Hebt eure Augen in die Höhe, und seht: Wer hat die Sterne dort oben erschaffen?
    Er ist es, der ihr Heer täglich zählt und heraufführt, der sie alle beim Namen ruft.
    Vor dem Allgewaltigen und Mächtigen wagt keiner zu fehlen.
    Jakob, warum sagst du, Israel, warum sprichst du: Mein Weg ist dem Herrn verborgen, meinem Gott entgeht mein Recht?
    Weißt du es nicht, hörst du es nicht? Der Herr ist ein ewiger Gott, der die weite Erde erschuf.
    Er wird nicht müde und matt, unergründlich ist seine Einsicht.
    Er gibt dem Müden Kraft, dem Kraftlosen verleiht er große Stärke.
    Die Jungen werden müde und matt, junge Männer stolpern und stürzen.
    Die aber, die dem Herrn vertrauen, schöpfen neue Kraft, sie bekommen Flügel wie Adler.
    Sie laufen und werden nicht müde, sie gehen und werden nicht matt.

  • 8. Dezember - Ausreden

    Gedanken
    Wird es eng, werden Ausreden gesucht: Deine Eva war's - die Schlange da hat mich verführt.
    Von Anfang an - schon bei Adam und Eva - wird von der eignen Verantwortung abegelenkt.
    Niemand will verantwortlich sein. Also war es ein anderer, notfalls die eigene Frau.
    So entsteht Feindschaft untereinander, manchmal über Generationen.
    Gerade habe ich es fast schon wieder gemacht - nach einer faulen Ausrede gesucht.
    Habe gerade noch die Kurve gekriegt, habe es zugegeben.
    Und fühle mich erleichtert.

    Tageslesung aus dem Buch Génesis Gen 3,9–15.20
    Nachdem der Mensch vom Baum gegessen hatte, rief Gott, der Herr, ihm zu und sprach: Wo bist du?
    Er antwortete: Ich habe deine Schritte gehört im Garten;
    da geriet ich in Furcht, weil ich nackt bin, und versteckte mich.
    Darauf fragte er: Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist?
    Hast du von dem Baum gegessen, von dem ich dir geboten habe, davon nicht zu essen?
    Der Mensch antwortete: Die Frau, die du mir beigesellt hast, sie hat mir von dem Bau gegeben.
    So habe ich gegessen.
    Gott, der Herr, sprach zu der Frau: Was hast du getan?
    Die Frau antwortete: Die Schlange hat mich verführt.
    So habe ich gegessen.
    Da sprach Gott, der Herr, zur Schlange: Weil du das getan hast, bist du verflucht unter allem Vieh und allen Tieren des Feldes.
    Auf dem Bauch wirst du kriechen und Staub fressen alle Tage deines Lebens.
    Und Feindschaft setze ich zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Nachkommen und ihrem Nachkommen.
    Er trifft dich am Kopf und du triffst ihn an der Ferse.
    Der Mensch gab seiner Frau den Namen Eva, Leben, denn sie wurde die Mutter aller Lebendigen.

  • 7. Dezember - Freiheit

    Gedanken
    Schulprojektwoche irgendwann im frühen Frühjahr 1987. Ich hatte mich für eine Projektfahrt in die DDR gemeldet.
    Wir fuhren mit einem Bus von Ort zu Ort und kamen schließlich in Weimar an.
    Unser Schulleiter pflegte sehr gute Kontakte zu einer christlichen Gruppe.
    Wir besuchten ein Ehepaar. Sie erzählten von ihrem Leben, den Repressionen, dem Mangel, ihre Sehnsucht - ganz offen.
    Ich war beeindruckt von ihrem gefährliche Engagement. Sie wirkten so mutig auf mich.
    Am nächsten Tag führten Sie uns durch die Stadt - erzählten von Goethe und Schiller und ihrem Freigeist.
    Wir wurden bespitzelt - Kollegen erkannten ihn und verrieten es unauffällig unseren Begleitern.
    Und diese sackten erschöpft und weinend in sich zusammen. In dem Moment begriff ich, niemals unterdrückt werden zu wollen.
    Ich weiß nicht, wie ihr Leben weiterging. Vielleicht vermochten Jesajas Worte ihnen neue Kraft spenden:
    "Die vom Herrn Befreiten kehren zurück und kommen voll Jubel nach Zion.
    Ewige Freude ruht auf ihren Häuptern. Wonne und Freude stellen sich ein, Kummer und Seufzen entfliehen."

    Tageslesung aus dem Buch Jesaja 35,1-10
    Die Wüste und das trockene Land sollen sich freuen, die Steppe soll jubeln und blühen.
    Sie soll prächtig blühen wie eine Lilie, jubeln soll sie, jubeln und jauchzen.
    Die Herrlichkeit des Libanon wird ihr geschenkt, die Pracht des Karmel und der Ebene Scharon.
    Man wird die Herrlichkeit des Herrn sehen, die Pracht unseres Gottes.
    Macht die erschlafften Hände wieder stark und die wankenden Knie wieder fest!
    Sagt den Verzagten: Habt Mut, fürchtet euch nicht! Seht, hier ist euer Gott!
    Die Rache Gottes wird kommen und seine Vergeltung; er selbst wird kommen und euch erretten.
    Dann werden die Augen der Blinden geöffnet, auch die Ohren der Tauben sind wieder offen.
    Dann springt der Lahme wie ein Hirsch, die Zunge des Stummen jauchzt auf.
    In der Wüste brechen Quellen hervor, und Bäche fließen in der Steppe.
    Der glühende Sand wird zum Teich und das durstige Land zu sprudelnden Quellen. An dem Ort, wo jetzt die Schakale sich lagern, gibt es dann Gras, Schilfrohr und Binsen.
    Eine Straße wird es dort geben; man nennt sie den Heiligen Weg. Kein Unreiner darf ihn betreten. Er gehört dem, der auf ihm geht. Unerfahrene gehen nicht mehr in die Irre.
    Es wird keinen Löwen dort geben, kein Raubtier betritt diesen Weg, keines von ihnen ist hier zu finden. Dort gehen nur die Erlösten.
    Die vom Herrn Befreiten kehren zurück und kommen voll Jubel nach Zion. Ewige Freude ruht auf ihren Häuptern.
    Wonne und Freude stellen sich ein, Kummer und Seufzen entfliehen.

  • 6. Dezember - Freundlicher Empfang

    Gedanken
    Jesaja ruft die Menschen auf, Gott einen Weg zu bahnen. Damit er leichter zu uns kommen kann und die Freude größer wird.
    Warum eigentlich?, denke ich.
    Er ist doch Gott, dürfte ihm doch nichts ausmachen.
    Dann fällt mir ein: auf einem Hügel wohne ich auch. Nach Hause gehen- zu Fuß oder mit Fahrrad - ist echt anstrengend.
    Also lieber würde ich in der Ebene wohnen - wie früher. Dann könnte ich mein Fahrrad gemächlich ausrollen lassen.
    Ich lächele bei dem Gedanken, gemütlich und entspannt nach Hause zu kommen. Das wär mal eine Freude.
    Es Gott leichter zu machen in mir einzukehren.
    Warum eigentlich nicht?, denke ich.

    Tageslesung aus dem Buch Jesaja 40, 1-5.9-11
    Tröstet, tröstet mein Volk, spricht euer Gott.
    Redet Jerusalem zu Herzen und verkündet der Stadt, dass ihr Frondienst zu Ende geht, dass ihre Schuld beglichen ist; 
    denn sie hat die volle Strafe erlitten von der Hand des Herrn für all ihre Sünden.
    Eine Stimme ruft: Bahnt für den Herrn einen Weg durch die Wüste! Baut in der Steppe eine ebene Straße für unseren Gott!
    Jedes Tal soll sich heben, jeder Berg und Hügel sich senken. Was krumm ist, soll gerade werden, und was hüglig ist, werde eben.
    dann offenbart sich die Herrlichkeit des Herrn, alle Sterblichen werden sie sehen. Ja, der Mund des Herrn hat gesprochen.
    Steig auf einen hohen Berg, Zion, du Botin der Freude! Erheb deine Stimme mit Macht, Jerusalem, du Botin der Freude! Erheb deine Stimme, fürchte dich nicht! 
    Sag den Städten in Juda: Seht, da ist euer Gott.
    Seht, Gott der Herr, kommt mit Macht, er herrscht mit starkem Arm. Seht, er bringt seinen Siegespreis mit: Alle, die er gewonnen hat, gehen vor ihm her.
    Wie ein Hirt führt er seine Herde zur Weide, er sammelt sie mit starker Hand. Die Lämmer trägt er auf dem Arm, die Mutterschafe führt er behutsam.

  • 5. Dezember - Tagträume

    Gedanken
    Manchmal tagträume ich - von Lottogewinnen, Ansehen, Alles-Gelingen. Alle Probleme gelöst und noch mehr. Irgendwann kehre ich in die Wirklichkeit zurück, blinzelnd, ein wenig traurig. Oh, woher kommt nur Hilfe? Ich hadere, spreche zu Gott, rede mit ihm,hadere mit ihm. Hoffe, er hört mich, hilft mir. Und manchmal, ich weiß nicht warum, wenn ich also aufmerksam bin, gut zuhöre, spüre ich eine kleine Regung im mir. Dann atme ich, sehe irgendwie klarer, richte mich auf und fasse neuen Mut. 
    Und dann gehe ich wieder los in meinen Alltag und höre noch die Worte Jesajas nachklingen: „Hier ist der Weg, auf ihm müsst ihr gehen, auch wenn ihr selbst rechts oder links gehen wollt“.


    Tageslesung aus dem Buch Jesaja 30, 19-21.23-26
    Du Volk auf dem Berg Zion, das in Jerusalem wohnt, du brauchst jetzt nicht mehr zu weinen. Der Herr ist dir gnädig, wenn du um Hilfe schreist; er wird dir antworten, sobald er dich hört.
    Auch wenn dir der Herr bisher nur wenig Brot und nicht genug Wasser gab, so wird er, dein Lehrer, sich nicht mehr verbergen. Deine Augen werden deinen Lehrer sehen,
    deine Ohren werden es hören, wenn er dir nachruft: Hier ist der Weg, auf ihm müsst ihr gehen, auch wenn ihr selbst rechts oder links gehen wolltet.
    Dann spendet er Regen für die Saat, die du auf den Acker gesät hast. Das Korn, das auf dem Acker heranreift, wird üppig und fett sein. Auf weiten Wiesen weidet dein Vieh an jenem Tag.
    Die Rinder und Esel, die dir bei der Feldarbeit helfen, bekommen würziges Futter zu fressen, das man mit Schaufel und Gabel gemischt hat.
    Auf allen hohen Bergen und stattlichen Hügeln gibt es Bäche voll Wasser am Tag des großen Mordens, wenn die Türme einstürzen.
    Zu der Zeit, wenn der Herr die Leiden seines Volkes heilt und seine Wunden verbindet, wird das Licht des Mondes so hell sein wie das Licht der Sonne, und das Licht der Sonne wird siebenmal so stark sein wie das Licht von sieben Tagen.

  • 4. Dezember - Tröstende Lügen

    Gedanken
    "Alles wird gut", hat meine Mama hin und wieder gesagt. Es war gelogen - wir wussten es beide. Aber die Worten taten einfach gut.
    Ich brauchte ihren Trost, ihre Nähe. Sie schenkte sie mir und wie um ihre Worte zu unterschreichen umarmte sie mich wärmend.
    Wir wussten auch beide, dass nicht meine Mama alles gut machen würde. Das würde jemand anders tun.
    "Alles wird gut", ruft Jesaja. Er meint die Tauben, Blinden, Erniedrigten, Armen, Unterdrückten. Hören, Sehen, Aufrichtigkeit, Freude und Gerechtigkeit verspricht er.
    Das würde aber nicht er vollbringen. Dass würde jemand anders tun - jemand der unseren Jubel verdient.
    Bis dahin aber trösten seine Worte und umarmen uns wärmend.

    Tageslesung aus dem Buch Jesaja 29,17-24
    Nur noch kurze Zeit, dann verwandelt sich der Libanon in einen Garten, und der Garten wird zu einem Wald.
    An jenem Tag hören alle, die taub sind, sogar Worte, die nur geschrieben sind, und die Augen der Blinden sehen selbst im Dunkeln und Finstern.
    Die Erniedrigten freuen sich wieder über den Herrn, und die Armen jubeln über den Heiligen Israels.
    Denn der Unterdrücker ist nicht mehr da, der Schurke ist erledigt, ausgerottet sind alle, die Böses tun wollen, die andere als Verbrecher verleumden, die dem Richter, der am Tor sitzt, Fallen stellen und den Unschuldigen um sein Recht bringen mit haltlosen Gründen.
    Darum - so spricht der Herr zum Haus Jakob, der Herr, der Abraham losgekauft hat: Nun braucht sich Jakob nicht mehr zu schämen, sein Gesicht muss nicht mehr erbleichen.
    Wenn das Volk sieht, was meine Hände in seiner Mitte vollbringen, wird es meinen Namen heilig halten. Es wird den Heiligen Jakobs als heilig verehren und erschrecken vor Israels Gott.
    Dann kommen die Verwirrten zur Einsicht, und wer aufsässig war, lässt sich belehren.

  • 3. Dember - Von Vertrauen und Mauern

    Gedanken
    Ich erinnere mich noch gut. Nach Jahren ausgezogen brauchte ich schnell eine neue Wohnung. Das dauerte einige Zeit. Dann fand ich eine - es war meine erste.
    Am Tag der Übergabe bekam ich die Schlüssel, betrat die Wohnung, schloss die Tür hinter mir - und genoss den Moment. Endlich! Die eigenen vier Wände: Sicherheit, Geborgenheit!
    Von schützenden Mauern umgeben schenkt Ruhe und Frieden. Das war schon immer so. Jesaja berichtet davon. Wir haben eine befestigte Stadt ... Mauer ... Wälle, ruft er aus.
    Und dann empfiehlt er, auf Gott zu vertrauen. Er habe die Mauern gebaut, er ist das Fundament, der Grund, weshalb wir in Ruhe und in Frieden leben.
    Meine eigenen vier Wände haben mir damals viel Sicherheit gegeben. 
    Aber auch davor, als ich noch auf der Suche war, fühlte ich mich nicht allein. 
    Irgendwie fühlte ich mich nie allein - auch ohne eigene Wohnung - vielleicht so, als ob schon die ganze Zeit fester Boden unter meinen Füßen war.

    Lesung des Tages aus dem Buch Jesaja 26,1-6
    An jenem Tag singt man in Juda dieses Lied: Wir haben eine befestigte Stadt, zu unserem Schutz baute der Herr Mauern und Wälle.
    Öffnet die Tore, damit ein gerechtes Volk durch sie einzieht, ein Volk, das dem Herrn die Treue bewahrt.
    Sein Sinn ist fest; du schenkst ihm Ruhe und Frieden; denn es verlässt sich auf dich.
    Verlasst euch stets auf den Herrn; denn der Herr ist ein ewiger Fels.
    Er hat die Bewohner des hohen Berges hinabgestürzt, die hoch aufragende Stadt; er hat sie zu Boden geworfen, in den Staub hat er sie gestoßen.
    Sie wird zermalmt von den Füßen der Armen, unter den Tritten der Schwachen.

  • 2. Dezember - Scham

    Gedanken
    Manchmal werde ich nachts wach. Unruhig mit Herzklopfen liegen ich da und erinnere mich. Noch heute schäme ich mich für so manchen Augenblick. Eigentlich war es eine witzige Situation - bis zu meiner unnötig blöden Bemerkung. Noch heute spüre ich, wie ich am liebsten im Boden versinken möchte, mit mir hadere und über meine eigenen Worte von damals grübele. 
    Scham ist ein mächtiges Gefühl, kaum zu bezwingen. Scham verschwindet nicht einfach, sie verfolgt einen. Sie hat damit zu tun, sich schuldig zu fühlen und selbst zu verurteilen.  Furios startet die Bibel ihre Erzählungen über die Menschen mit einer Geschichte über Scham: Adam und Eva tun etwas Verbotenes, werden erwischt, zur Rede gestellt und fühlen sich beschämt.
    Mich trösten da die befreienden Worte aus dem Buch Jesaja - sie sprechen davon, wie es einmal wieder sein wird: „Gott, der Herr wischt die Tränen ab von jedem Gesicht.  Auf der ganzen Erde nimmt er die Schande hinweg.“

    Lesung des Tages aus dem Buch Jesaja 25,6-10a
    Der Herr der Heere wird auf diesem Berg für alle Völker ein Festmahl geben mit den feinsten Speisen, ein Gelage mit erlesenen Weinen, mit den besten und feinsten Speisen, mit besten, erlesenen Weinen.
    Er zerreißt auf diesem Berg die Hülle, die alle Nationen verhüllt, und die Decke, die alle Völker bedeckt.
    Er beseitigt den Tod für immer. Gott, der Herr, wischt die Tränen ab von jedem Gesicht. Auf der ganzen Erde nimmt er von seinem Volk die Schande hinweg. Ja, der Herr hat gesprochen.
    An jenem Tag wird man sagen: Seht, das ist unser Gott, auf ihn haben wir unsere Hoffnung gesetzt, er wird uns retten. Das ist der Herr, auf ihn setzen wir unsere Hoffnung. Wir wollen jubeln und uns freuen über seine rettende Tat.
    Ja, die Hand des Herrn ruht auf diesem Berg. Moab aber wird an Ort und Stelle zerstampft, wie Stroh in der Jauche zerstampft wird.

  • 1. Dezember - Symbole der Hoffnung

    Gedanken

    Das alttestamentliche Buch schrieb der Prophet Jesaja in einer schwierigen Situation. Das Land wurde durch das anrückende Großreich Assyrien bedroht. Unheil bahnte sich an. Die Menschen bekamen es mit der Angst zu tun. Sie spürten, wie unsicher und bedrohlich die Zukunft sein würde.
    Wie Bäume gefällt werden, so fallen ganze Städte und Dörfer der Macht Assurs zum Opfer. Die Lage scheint ausweglos. Nichts wird überleben.
    Und doch - ein kleiner Stängel sprießt aus dem umgehauenen Baum hervor. Der alte Baum lebt noch - und er will leben. Sein Wurzeln nähren den kleinen Sprössling - und dieser kann wachsen.
    Und er wächst in einem guten Geist, voller Weisheit, Einsicht, Rat, Erkenntnis, Stärke und Gottesfurcht. So kann die Zukunft lebensfroh und gerecht werden. 
    Klingt zu schön um wahr zu sein - oder? Die Zukunftsbilder, die sich Jesaja ausmalt, scheinen nichts mit Lebenserfahrung zu tun zu haben: Wolf und Lamm als Lebensgemeinschaft. "Lass mal den Hunger kommen", denkt sich da der kritische Betrachter.
    Jedenfalls fällt mir bei dieser Bibelstelle eine andere Geschichte ein. Am Ende des 2. Weltkrieges, im August 1945, explodierte eine Atombombe über der Japanischen Stadt Hiroshima. Etwa einen Kilometer von der Abwurfstelle entfernt stand nahe eines Tempels ein Ginkgo-Baum. Alles - auch der Tempel - wurde durch die Explosion zerstört. Menschen, Tiere und Pflanzen verbrannten im großen Umkreis. Leben war fast vollständig zerstört worden. Doch dieser eine Ginkgo-Baum überlebte.
    Er überlebte und schlug im Jahr drauf wieder aus - bis heute. Dieser Baum ist für viele Japaner darum zum Bild des Lebens und der Hoffnung auf Frieden geworden. 
    Egal, wonach wir uns sehnen - Gerechtigkeit, Frieden, Gesundheit oder Normalität - wir brauchen Menschen, die uns hoffnungsfrohe Bilder malen. 
    In der Adventszeit sind dies für uns Christen die Bilder mit Motiven rund um die Geburt Jesu. Ein kleines Baby, hineingeboren in eine bedrohte Situation, wird zum Symbol der Hoffnung, des Friedens und der Gerechtigkeit.

    Lesung des Tages aus dem Buch Jesaja 11, 1-10
    Doch aus dem Baumstumpf Isais wächst ein Reis hervor, ein junger Trieb aus seinen Wurzeln bringt Frucht.
    Der Geist des Herrn lässt sich nieder auf ihm: der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Gottesfurcht.
    Er richtet nicht nach dem Augenschein, und nicht nur nach dem Hörensagen entscheidet er,
    sondern er richtet die Hilflosen gerecht und entscheidet für die Armen des Landes, wie es recht ist. Er schlägt den Gewalttätigen mit dem Stock seines Wortes und tötet den Schuldigen mit dem Hauch seines Mundes.
    Gerechtigkeit ist der Gürtel um seine Hüften, Treue der Gürtel um seinen Leib.
    Dann wohnt der Wolf beim Lamm, der Panther liegt beim Böcklein. Kalb und Löwe weiden zusammen, ein kleiner Knabe kann sie hüten.
    Kuh und Bärin freunden sich an, ihre Jungen liegen beieinander. Der Löwe frisst Stroh wie das Rind.
    Der Säugling spielt vor dem Schlupfloch der Natter, das Kind streckt seine Hand in die Höhle der Schlange.
    Man tut nichts Böses mehr und begeht kein Verbrechen auf meinem ganzen heiligen Berg; denn das Land ist erfüllt von der Erkenntnis des Herrn, so wie das Meer mit Wasser gefüllt ist.
    An jenem Tag wird es der Spross aus der Wurzel Isais sein, der dasteht als Zeichen für die Nationen; die Völker suchen ihn auf; sein Wohnsitz ist prächtig.